Schifffahrt (Schiffbau)
„Erfindung“ des Schiffes (ahnlich der des Ackerbaus) bei den verschiedenen Volkern mythologischen Gestalten zugeschrieben: Gilgamesch bei den Babyloniern, Pallas Athene bei den Griechen, Odin bei den Germanen.
In vorgeschichtlicher Zeit Einbaume, ausgehohlte Baumstamme (denen spater der Kiel zugefugt wurde), aus Schilf geflochtene oder aus Fellen zusammengenahte Boote.
Im Altertum war zunachst Agypten trotz Holzmangels fuhrend in der S. (zwei Sonnenbarken des ↑ Cheops 1954 entdeckt; bereits im 3. Jt. v. Chr. Seeverkehr nach Palastina, Kreta und zur afrikan. Ostkuste); Schiffe ohne Kiel und Spanten; Rumpf der Seeschiffe durch ein Sprengtau (vom Mast uber Heck und Bug) gesichert; Pfahlmast mit einem grosen (viereckigen) Rahsegel; fest eingehangtes Seitenruder. Seit etwa 1500 v. Chr. wurden die Phoniker fuhrendes Seefahrervolk, das sich erstmals auf die offene See wagte und deren Flotten von den grosen Landmachten (Assyrien, Persien) in Dienst genommen wurden; ihr Schiffbau begunstigt durch das Holz des Libanon; mit Langholz Bau auf Kiel und Spanten. Altestes erhaltenes phonik. Schiff aus der Zeit um 1200 (Wrack bei Zypern).
Ausbildung der beiden Grundtypen des Schiffs: 1) des Langschiffs, schlank und schnittig, mit Ruderkraft bewegt, fur den Seekrieg und Postverkehr; 2) des Rundschiffs, breit und kurz, unter Segel, fur den Frachtverkehr (die Entwicklungslinie des Langschiffes fuhrte uber die Ruderschiffe der Griechen und Romer, die Wikingerboote, die Galeeren der ital. Seehandelsrepubliken des MA zu den Fregatten, Klippern und Vollschiffen der Neuzeit; Beispiele fur die Rundschifftypen sind: die Koggen der Hanse, die Karavellen der Entdecker, die hollandischen Ostindienfahrer u. a.).

– Der Schiffbau der Griechen wurde auser von den Phonikern auch von Kreta beeinflusst; selbstandige griechische Leistung war um 700 v. Chr. die Erfindung der den bis dahin bekannten Schiffstypen an Schnelligkeit und Beweglichkeit uberlegenen, bis 40 m langen Triere (Dreiruderer, d. h. drei Ruderbanke nach ausenbord gestaffelt ubereinander); Segel nur zur Aushilfe, Rammsporn; Hochstgeschwindigkeit etwa 5 Seemeilen, Seetuchtigkeit beschrankt (unterste Ruderluken dicht uber der Wasseroberflache). In den Diadochenreichen Konstruktion von Vier-, Funf- und Mehrruderern (Bezeichnung vermutl. nicht mehr von der Zahl der Ruderreihen ubereinander abgeleitet, sondern von der erhohten Zahl der Rudermannschaften an einem Riemen; in den Quellen Vierzigruderer und Schiffe mit 1 6 00 Ruderern erwahnt).

260 v. Chr. Bau von eigenen Schiffen nach dem Muster einer gestrandeten karthag. Pentere (Funfruderer); wichtige Neuerung: Enterbrucke zur Ubertragung des Landkampfes an Bord der feindl. Schiffe (Moglichkeit zum Einsatz der uberlegenen rom. Infanterie); noch wahrend der Pun. Kriege Entwicklung eines neuen Typs: der flinken, zweirudrigen Liburne, mit der Oktavian 31 v. Chr. bei Aktium siegte. – Unabhangig vom Schiffbau der Mittelmeervolker war die Schiffbaukunst der Germanen, ihr hoher Stand Voraussetzung fur die Seeherrschaft der Germanen (Goten, Vandalen) wahrend der Volkerwanderung und fur die kuhnen Unternehmungen der Wikinger, einreihige Ruderboote (z. B. Nydamboot aus dem 3. Jh. n. Chr., Osebergschiff aus dem 9. Jh.) von hochstens 25 m Lange; „klinker“, d. h. mit uberlappender Beplankung (statt „kraweel“ wie bei den Mittelmeervolkern) gebaut, kunstler. geschmuckt, selbst den Sturmen des Atlantiks gewachsen; trotz einfacher Besegelung (Rahsegel) schon Kunst des Kreuzens (gegen den Wind) bekannt;

groser als die Wikingerboote die Normannenschiffe des hohen MA (auch von den Kreuzfahrern benutzt), durch kastenartige Aufbauten erhoht; gleichzeitig wurde im Norden das Langschiff (endgultig im 13. Jh.) von der hans. Kogge als dem zu Handelszwecken bes. geeigneten Typ verdrangt; entwickelt aus der von W-Europa (uber die Friesen) ubernommenen Nef, breit und hoch, kurz und rund gebaut, Seetuchtigkeit verbunden mit (vergleichsweise) groser Ladefahigkeit (bis 200 t), erster reiner Segelschiffstyp (Ruderschiffe nur noch im Mittelmeer weiterentwickelt: Sven Gabelbart, Svend I., Konig von Danemark (seit 986) und England (seit 1013), um 955–1014; war Anfuhrer zahlreicher Wikingerzuge, gewann um 1000 die Oberherrschaft uber Norwegen und 1013 die uber England. Wikinger, Seefahrervolk des german. Nordens, ↑ Normannen.
und nun seht Ihr,
was aus den Schiffen in der Folgezeit entstanden ist:
ich hoffe es hat Euch auch gefallen,
euer
Kaptain