Mythologie der Wikinger
Die Mythologie der Wikinger ist nordische Mythologie, und die nordische
Mythologie ist nichts anderes als die Mythologie der Germanen. So ist es auch
zu verstehen, dass die Hauptquellen der Edda- und Sagen- Sammlungen
entstammen, die von weit her kommen, von Island, dem Außenposten der
germanischen Welt. Die Wikinger waren ein germanisches Volk, das in
Skandinavien vom späten 8. Jahrhundert bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts
siedelte. Es zeichnete sich ebenso durch große Ritterlichkeit aus wie durch
große Grausamkeit. So plünderten sie die Ostküste Englands. Sie töteten und
mit unvorstellbarer Grausamkeit, aber man darf nie vergessen, dass sich alles in
einer grausamen Zeit abspielte. Und es war eine Zeit, wo die galwegischen
Krieger Schottlands sich ein Vergnügen daraus machten, Säuglinge und kleine
Kinder zu pfählen. Der Unterschied zwischen den Wikingern und den
Galwegern lag nur darin, dass die Wikinger ihren unmenschlichen taten eine
Philosophie gaben, ihren Kriegs- und Beutezügen ein Ziel und eine Methode,
und ihre Herrschaft unter ein göttliches System stellten. Ihre Götter forderten
sie auf, grausam bis in den Tod zu sein, und ein verwundeter Krieger sollte das
Vorrecht haben, auch noch in der Niederlage und im Tod seinen Bezwinger
seinen stolzen und unbesiegbaren Mut zu Zeigen. In ihrer Todesverachtung
zeigten die Wikinger einen großen Sinn für Ehe und Anstand, und wenn der
Krieger auch an einen schrecklichen Tod starb, so zeigte er auch in seinen
nachleben seinen Bezwinger nie seine Rachegefühle. Die Wikinger lebten in
Ländern, die zu ihren Bewohnern nicht gerade gastfreundlich waren. Die
Sommer waren kurz und die Winter lang. Und die Gletscher im hohen Norden
bedeuteten eine ständige Bedrohung. So versuchten sie die Welt zu verstehen,
die sie umgab. Donner und Blitz musste der mächtige Hammer Mjöllnir von
Thor sein. Das Knirschen der Gletscher hörte sich an wie das Schreien der
gewaltigen Eisriesen. Der Regenbogen erschien ihnen als eine Brücke zwischen
dem Land der Götter und dem Land der Sterblichen. Die Mythologie der
Wikinger ist nicht eine einzige und zusammenhängende Geschichte. Im
Gegenteil, ihre Mythologie besteht aus vielen kleineren in sich
zusammenhängenden Mythen und viele von ihnen sind literarisch
anspruchsvolle Geschichten die auch heute noch unser Interesse verdienen.
Was noch interessant ist, was bei Forschungen herausgefunden wurde, dass die
Wikingermythen auf historischen Ereignissen beruhen. Die Saga von Erik dem
Roten erzählt, wie der gewaltige Krieger seine skandinavische Heimat verließ,
um ein neues Land im Westen zu erobern, das er „Grünland“ nannte, wo die
Wikinger 985n. Chr. Eine Kolonie gründeten. Es war keine erfolgreiche
Gründung, aber gut genug, um Eriks Sohn, Leif Eriksson als Ausgangspunkt für
eine noch gewaltigere Eroberung zu dienen. Leif Eriksson überquerte den
Atlantik und gründete dort, wo er Festland unter die Füße bekam, die Kolonie
Vinland. Heute weiß man, dass er an der Ostküste der Vereinigten Staaten von
Amerika gelandet war. Es wurden Zahlreiche archäologische Zeugnisse dieser
Siedlung in den letzten Jahren gefunden und konnten eindeutig den Wikingern
zugeordnet werden. Die Wikinger segelten aber auch in südlicher Richtung, in
das Mittelmeer, wo sie zusammen mit den keltischen Iren dem römischen
Imperium gefährlich wurden.
Dies und noch andere Beispiele zeigen, dass die Sagen der Wikinger mehr sind
– als eben Sagen.
Wir aber noch erheblich erweitert -